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Gamma) Bewusstheit





Bewusst zu leben, heißt aufzuwachen – die Augen zu öffnen und den Dingen klar ins Auge zu sehen. Dies ist eine große Herausforderung in der Spiritualiät und wird oft falsch verstanden. Spirituell zu sein, verbinden viele Menschen damit, den ganzen Tag Yoga zu praktizieren, Mantras zu singen und eben kein „normales“ irdisches Leben zu führen, sondern nur in ihrer Blase zu leben, nur Kontakt mit anderen -genauso abgehobenen- vermeintlichen Super-Gurus zu haben und durch eine rosa-rote Brille zu schauen, sich abzulenken von dem eigentlichen, was ist und wegzuschauen von den Problemen dieser Welt. Nur „high“ zu schweben in ihren erhöhten Energien, abgehoben sein. Doch dies ist alles andere als bewusst zu leben.

 

Der erste Teil des Buches beschreibt genau dieses Gefühl – genau dieses High sein. Für mehrere Jahre war auch bei mir dies so. Es geht einem grandios – wie täglich frisch verliebt sein, Kribbeln im Bauch, Glücksgefühle, wie völlig high, nur ohne Drogen. Toll eigentlich. Man fühlt sich grandios – ein kleiner Nebeneffekt ist, dass man denkt, man wäre erleuchtet. Schön für einen selbst, man denkt man sei unfehlbar - und genau das kann gefährlich werden. Man wird übermütig, risikofreudig, sieht nicht mehr klar und ist überheblich. Eben wie auf Drogen. Fernab von jeder Realität. Zudem zieht man in dieser Phase auch oftmals andere Menschen in den Bann. Nicht selten hört man von Sekten, selbst ernannten Gurus, völlig gehypten Yogis, die Menschen finanziell, emotional und teilweise auch sogar sexuell missbrauchen. So ein Missbrauch ist nur möglich, wenn man mit dem Ego verbunden ist. Dies hat absolut nichts mit wahrhaftiger Spiritualität und erst recht nicht mit Erleuchtung zu tun. Es ist nie richtig, wenn sich ein Mensch hierarchisch über einen anderen stellt – denn dies ist letztendlich immer nur Ego-Gehabe.

Ich vergleiche dieses „high“ sein immer mit abheben, fliegen lernen. Es ist ein wundersames Gefühl – und auch wichtig, um erst einmal „Blut zu lecken“. Man kann jedoch kein Haus bauen, indem man im 16. Stock beginnt – eine Basis, ein Fundament muss her.  Es ist  tatsächlich nötig, erst einmal in die Tiefe zu gehen, in die Leere zu kommen – und das kann ordentlich weh tun, wenn man davor sehr hoch geflogen ist und dann entsprechend auch wieder tief fallen muss –  dann ist der Aufprall ordentlich, um von ganz unten wieder anzufangen. Bei null – in der Leere. Denn dies ist der Ursprung von allem.  In der wahrhaftigen Bewusstheit geht es um die Loslösung des Egos. Um die Loslösung von allem – um Freiheit.

Ich wünschte, ich hätte dies vorher gewusst – dann hätt ich mir diesen kurzen AusFLUG nach oben, das Fliegen, nur, um dann so richtig tief zu fallen und sich wehzutun, mir sicherlich erspart. Doch vielleicht war auch all das so nötig – genau so. Um zu verstehen, wie alles zusammenhängt – um all jene im Mitgefühl zu verstehen, die in Parallelwelten leben ohne Halt und Wurzeln im wahrhaftigen Leben. Und auch: Um möglicherweise einigen von Euch so einiges Leid zu ersparen dank meiner selbst durchlebten schmerzhaften Lern-Erfahrungen.

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